Stilblüten |
Jun
16
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Jedem Menschen passieren in seinem Leben ab und zu Fehler. Viele Leute gibt es auch, die von Natur aus eine Begabung schmerzlich vermissen lassen, und die sich, mehr oder weniger unfreiwillig, zum Gespött der Mitmenschen machen. Ein Sprachfehler kann eine solche Eigenschaft sein, die automatisch für Belustigung sorgt, auch, wenn der Betroffene dafür nichts kann und man ihn sehr ungerecht behandelt, wenn man ihn auslacht.
Manchmal kann man sich einem Lachen aber nicht verwehren, wenn solche Dinge passieren. Für viele Menschen würde es sich lohnen, ein Buch oder einen Blog allein über ihre Tollpatschigkeit zu schreiben; mancher Bestseller wäre garantiert. Ich für meine Person finde Rechtschreibfehler manchmal extrem witzig. Als mein Sohn stolz mit einem ganz alleine geschriebenen Blatt von der Schule nach Hause kam, in welchem die Zähne behandelt wurden, musste ich mich an mich halten, um nicht laut los zu prusten. Standen da doch, um ein Bild eines strahlenden Gebisses herum, allerlei Worte, die mich fast aus der Fassung gebracht hätten. Backenzänä, Schneidezänä, und allerlei andere lustige Gefährten hatten wir, nach Meinung meines Sohnes, alle im Mund. Natürlich ließ ich mir meine Belustigung nicht anmerken; auslachen ist ja nicht wirklich pädagogisch wertvoll. Aber ich habe das Blatt in seiner ursprünglichen Form kopiert und in ein Album geklebt. So etwas muss für die Nachwelt festgehalten werden.
Weniger amüsant finde ich es dann, wenn Erwachsene eindeutig der deutschen Sprache nicht mächtig sind, dann aber im Internet unterwegs sind, um zu schreiben. Als mein Mann und ich unser Wasserbett bestellen wollten, holten wir uns zunächst einige Informationen zusammen; unter anderem auch in einem Forum. Wir hatten ja keine Ahnung, was die ganzen Begriffe bedeuteten, mit denen auf den Seiten im Online Shop so selbstverständlich umgegangen wurde. Also klickten wir uns durch ein Forum. Ein Thread-Eröffner klagte, wie viel Strom er doch brauchen würde, seitdem er sein Waserbett besitzt. Nach längerem Lesen des Hin und Hers stellte sich heraus, dass er, seit dem Kauf des Bettes, nicht nur die Heizung des Bettes betrieb, sondern auch eine Heimkinoanlage im Schlafzimmer in täglichem Gebrauch hatte. Jeder Satz war gespickt von Fehlern, sodass wir die Hände über dem Kopf zusammen schlugen. So offen mit einer Schwäche umzugehen, dazu gehört Mut.
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